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Orderbuch

Echtzeit-Liste aller offenen Kauf- und Verkaufsaufträge an der Börse

Definition:

Das Orderbuch ist eine elektronische Liste, in der alle offenen Kauf- und Verkaufsaufträge für ein Wertpapier in Echtzeit erfasst werden. Es zeigt, zu welchen Preisen wie viele Stücke gehandelt werden wollen – und macht damit die aktuelle Angebots- und Nachfragesituation sichtbar. Börsen wie die Xetra oder die Börse Stuttgart führen für jedes Wertpapier ein eigenes Orderbuch.

Formel:

Käufer (Bid) Verkäufer (Ask)
Menge Menge
500 Stk. @ 99,80 € 300 Stk. @ 100,20 €
200 Stk. @ 99,50 € 600 Stk. @ 100,50 €
100 Stk. @ 99,10 € 150 Stk. @ 101,00 €

Beispiel:

Ein Anleger möchte 300 Aktien kaufen. Im Orderbuch sieht er, dass 300 Stück zum Preis von 100,20 € angeboten werden. Er gibt eine Market Order auf – der Kauf wird sofort zu 100,20 € ausgeführt, weil Angebot und Nachfrage übereinstimmen. Gibt er stattdessen eine Limit Order zu 99,80 € auf, landet seine Order im Orderbuch auf der Käuferseite und wartet, bis ein Verkäufer diesen Preis akzeptiert.

Merksatz:

Das Orderbuch ist das Herz der Börse – es zeigt in Echtzeit, was Käufer bereit sind zu zahlen und was Verkäufer verlangen. Wo sich beide treffen, entsteht der Kurs.

Häufiges Missverständniss:

Viele Anleger denken, der angezeigte Börsenkurs sei der Preis, zu dem sie sofort kaufen können. Tatsächlich ist der aktuelle Kurs der zuletzt ausgeführte Handel – der tatsächliche Kaufpreis hängt vom Orderbuch ab und kann bei geringer Liquidität deutlich davon abweichen. Besonders bei wenig gehandelten Wertpapieren kann eine große Order den Kurs spürbar bewegen.

Verwandte Begriffe:

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