Louis Bachelier
Der Vordenker der mathematischen Finanztheorie und ein früher Wegbereiter der Zufallsbewegung an den Märkten
Definition:
Louis Bachelier war ein französischer Mathematiker und gilt als einer der wichtigsten Pioniere der modernen Finanzmathematik. In seiner Dissertation „Théorie de la spéculation“ aus dem Jahr 1900 wandte er als Erster fortgeschrittene Mathematik systematisch auf Finanzmärkte an. Dabei entwickelte er frühe Ideen zur Modellierung zufälliger Kursbewegungen und legte Grundlagen, die später für die Finanztheorie und Optionsbewertung sehr einflussreich wurden.
Formel:
Keine feste Standardformel, aber sein Ansatz lässt sich so zusammenfassen:
Zufällige Kursbewegungen + Wahrscheinlichkeitsrechnung = Grundlage der mathematischen Finanztheorie
Bachelier wird zudem häufig mit einem frühen Optionspreismodell in Verbindung gebracht, das auf einer arithmetischen Brownschen Bewegung basiert.
Beispiel:
Während viele Investoren Märkte eher intuitiv betrachteten, versuchte Bachelier Kursbewegungen mathematisch zu beschreiben. Damit war er seiner Zeit weit voraus: Seine Arbeit über zufällige Preisbewegungen erschien sogar mehrere Jahre vor Einsteins bekannter Arbeit zur Brownschen Bewegung in der Physik.
Merksatz:
Louis Bachelier brachte Mathematik und Börse zusammen und gilt deshalb als einer der geistigen Väter der modernen Finanztheorie.
Häufiges Missverständniss:
Oft wird gedacht, Bachelier sei nur eine Randfigur der Finanzgeschichte gewesen. Tatsächlich gilt seine Dissertation heute als ein früher Grundstein der mathematischen Finanzökonomie, auch wenn seine Bedeutung erst viele Jahre später vollständig erkannt wurde.